Borreliose nach dem Zeckenbiss

Borreliose durch Zecken

Bei der Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche die Zecken auf Menschen und Tiere gleichermaßen übertragen. Die auslösenden Bakterien nennen sich Borrelien und zählen zu den beweglichen und schraubenförmigen Erregern. Entsteht die Borreliose durch den Zeckenbiss gelangen die Endoparasiten (Borrelien) in die Blutbahn des Wirts. Eine direkte Übertragung der gesundheitlichen Komplikation von Mensch zu Mensch liegt nicht im Bereich des Möglichen.

Ixodes hexagonus (aka)

Bild von André Karwath aka Aka (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

 

Innerhalb Europas und Nordamerika zählt die Lyme-Borreliose zu der häufigsten Form der Krankheit. Des Weiteren existiert das Zeckenrückfallfieber, das vorrangig in tropischen Regionen auftritt.

Lyme-Borreliose durch Zecken

Die Lyme-Borreliose verursacht der Erreger Borrelia burgdorferi. Bei dem Bakterium existieren mehrere Untergruppen, die wesentliche Unterscheidungsmerkmale aufweisen. Jedoch rufen sie die identischen Krankheitsanzeichen hervor. In der Regel gibt es keine charakteristischen Risikogebiete für die Borreliose, da sie auch außerhalb der Zeckengebiete vorkommt. Vorrangig kommt die Borreliose durch Zeckenbisse in den bewaldeten Regionen Deutschlands vor. Da sich die Parasiten mit Vorliebe an kühlen und feuchten Plätzen – beispielsweise im Unterholz – aufhalten, bevorzugen sie vegetationsreiche Lebensräume.

 

Was stellt die Lyme-Borreliose dar?

Zeckenbiss

Der erste Nachweis der Borreliose durch Zeckenbisse erfolgte im Jahr 1975 im amerikanischen Bundesstaat Connecticut. Zahlreiche Personen in Lyme und Old Lyme litten an starken Gelenkentzündungen. Diese brachten die ansässigen Ärzte mit den Einstichen der Parasiten in Verbindung.

Die in den Tieren befindlichen Erreger tragen den Namen des französischen Bakteriologen Amédée Borrel. In Deutschland wies der Forscher Willy Burgdorfer die Erreger 1982 nach. Ihm zu Ehren heißt die besondere Gattung der Bakterien Borrelia burgdorferi.

 

Das Risiko einer Borrelieninfektion steigt mit zunehmendem Alter der Zecke. Sobald diese erkrankt, überträgt sie die Erreger durch den Stich auf ihren Wirt. Jedoch gelangen die Borrelien erst in Ihren Blutkreislauf, wenn der Schädling seine Mahlzeit beendet. Um einer Borreliose durch den Zeckenbiss vorzubeugen, entfernen Sie das Spinnentier besser frühzeitig. Vorrangig nach dem Aufenthalt im Freien suchen Sie Ihren Körper gründlich nach den Schädlingen ab.

Speziell in Waldregionen leiden Mäuse und andere Nagetiere an einer Infektion mit den Borrelia burgdorferi. Die Biologen nennen diese Gruppe Borreliose-Reservoir, da die Erreger in den Säugern weiterleben, wenn die Zecken sterben.

Nach der Überwinterung der Bakterien bricht die Lyme-Borreliose im folgenden Jahr erneut aus. Hierbei übernimmt die Zecke die Funktion als Verbindungsglied – Vektor genannt – zwischen dem Wirtstier und dem Menschen. Da ausschließlich ein Läuse- oder Zeckenbiss die Borreliose auslöst, häufen sich die Erkrankungen in den Sommermonaten. Im Schnitt leidet jede fünfte Zecke an einer Infektion mit den Bakterien. Die Übertragung auf Säugetiere geschieht jedoch nur in sechs Prozent der Zeckenstiche.

 

Wie erfolgt die Übertragung der Borreliose?

Das Infektionsrisiko der Borreliose durch Zeckenbisse steigt 24 Stunden nach dem ersten Einstich. Während des Zeitraums beendet der Parasit das Blutsaugen und würgt einen Teil seines Mageninhalts in die Wunde des Wirts. In der Flüssigkeit befinden sich die Borrelien, die sich nach dem Eindringen ins Blut lokal und systemisch verteilen.

Das belegt die von Dr. med. Sam T. Donta veröffentlichte Donta-Studie. Da die Übertragung der Erreger erst am Ende des Saugaktes erfolgt, entfernen Sie die Zecke besser frühzeitig. Dabei verhindern Sie das Zusammenquetschen ihres Körpers, da sonst eine Stressreaktion folgt. Hierbei erbricht die Zecke ihre Magenflüssigkeit in die Einstichstelle.

 

Bevorzugt leben die Spinnentierchen an kühlen und feuchten Orten. Sie sitzen beispielsweise auf Gräsern und Büschen und warten auf einen Wirt. Sie klammern sich an der Kleidung fest und krabbeln auf der Suche nach einer geeigneten Einstichstelle über den Körper ihres Opfers. Mit Vorliebe wählen sie stark durchblutete Regionen, beispielsweise:

  • Achseln,
  • Kniekehlen,
  • Schamregion
  • oder den Kopfbereich.

 

Trägt die Zecken die Spirochäten in sich, leidet sie nicht unter einer Erkrankung. Sie dient lediglich als Zwischenwirt, da die Bakterien in ihrem Magen überleben. Im Regelfall kommt es zwischen Mai und Juni zu den meisten Borreliose-Erkrankungen im Jahr. Ein begrenztes Risikogebiet existiert nicht, da die Übertragung in ganz Deutschland stattfindet.

 

Infektion mit Borreliose nach dem Zeckenbiss

Oftmals fragen sich die Betroffenen, warum ihr Immunsystem die Borrelien nicht bekämpft. Jedoch verfügt das Bakterium über mehrere Fähigkeiten, um der menschlichen Immunabwehr zu entgehen. Beispielsweise verändert es seine Oberfläche, sodass die Antikörper den Erreger nicht erkennen.

Des Weiteren sammeln sich die Bakterien in vom Immunsystem gering kontrollierten Körperregionen. Dazu gehören das Gehirn und die Gelenke. Ebenso dringen sie in die Körperzellen ein, um die Konfrontation mit den weißen Blutkörperchen zu vermeiden. Den Zeitraum zwischen der Infektion mit den Erregern und dem Ausbruch der typischen Symptome bezeichnen die Ärzte als Inkubationszeit.

 

Bei der Lyme-Borreliose liegt sie im Schnitt zwischen fünf Tagen und einem Monat. Aufgrund der langen Zeitspanne besteht das Risiko, dass Sie sich nicht an die Einstichstelle erinnern. In einigen Fällen bemerkten die Patienten den Zeckenbiss nicht. Ohne die Behandlung der gesundheitlichen Komplikation drohen Spätfolgen, die unter Umständen zu bleibenden Schäden führen. Da der Zeckenbiss Borreliose auslöst, suchen Sie Ihren Leib vorrangig nach Spaziergängen in Wäldern nach den Parasiten ab. Die sachgemäße Entfernung gelingt beispielsweise mit einer Zeckenzange.

 

Typische Symptome der Borreliose

Die Anzeichen der Borreliose durch Zeckenbisse hängen von der Ausprägung der Krankheit und des Stadiums ab. Speziell am Anfang der Infektion erhält das Erkennen der charakteristischen Symptome Priorität, um frühzeitig ärztlichen Rat einholen zu können. Bei einer späten Phase der gesundheitlichen Komplikation zeigen sich die Krankheitsmerkmale vielseitig. Der Umstand erschwert ihre Interpretation. Vorrangig die Schildzecke und ihre Unterart, der Holzbock, übertragen die Borreliose auf den Menschen.

Geschieht dies, durchläuft das Phänomen drei signifikante Stadien. In jeder Phase bemerken Sie unterschiedliche Anzeichen der Erkrankung. Je länger sich die Erreger dabei im Körper befinden, desto weitere Regionen befallen sie.

weiterlesen: Borreliose Symptome

Aus dem Grund kommt es zu einer Verschlimmerung der Symptome. Von hohen Heilungschancen profitieren Sie, wenn Sie den Zeckenbiss und die Borreliose frühzeitig bemerken. Gelangen die Erreger nach dem Einstich in die Haut, bricht in 80 Prozent der Fälle nach mehreren Tagen oder Wochen die Wanderröte aus. Die Mediziner bezeichnen die kreisförmige Rötung als Erythema chronicum migrans. Neben der starken Rotfärbung der Einstichstelle sehen Sie einen zunehmend größeren Saum.

Bereits während des Prodromalstadiums der Krankheit kommt es bei einigen Patienten zu Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen. Da die gesundheitliche Komplikation vorrangig während der Sommerzeit auftritt, verwechseln die Betroffenen sie mit einer Sommergrippe.

 

Sobald Sie die Wanderröte entdecken, suchen Sie besser Ihren Hausarzt auf. Dieser verschreibt Ihnen in der Regel Antibiotika. Jedoch kommt es vor, dass keine Rötung des Zeckenbisses auftritt und die Erkrankten die Borreliose zu einem späteren Zeitpunkt erkennen. Im zweiten Stadium der Krankheit dringen die Erreger in das Blut ein und befallen verschiedene Regionen des Wirtskörpers. Vorwiegend setzen sie sich in den Organen fest, was spezifische Symptome hervorruft. Speziell bei Kindern sammeln sich die Bakterien im Gehirn und lösen die Neuroborreliose aus. Sie geht mit einer Hirnhautentzündung sowie einer Lähmung der Nieren und des Hals- und Gesichtsbereiches einher.

 

Leiden Sie an einer Borreliose durch Zeckenbisse, kommt es beispielsweise zu neuralen Ausfallerscheinungen. In dem Fall dringen die Erreger in die Nerven und Nervenwurzeln vor. In bestimmten Dermatomen bemerken Sie brennende Schmerzen sowie zunehmende Taubheit. Ohne Behandlung breiten sich die Borrelien bis in das Herz aus, sodass Leitungsstörungen drohen.

Die Betroffenen leiden unter Lebensgefahr. Das dritte Stadium der Erkrankung setzt mehrere Monate oder Jahre nach dem Zeckenbiss ein. Bei 60 Prozent der Patienten tritt die Lyme-Arthritis auf. Die Gelenkentzündung betrifft die Kniegelenke und geht mit schubartigen Schmerzen einher.

 

Durch Bewegungen verstärkt sich das Schmerzempfinden. Zudem sieht das betroffene Gelenk geschwollen und entzündet aus. Überträgt der Zeckenbiss Borreliose, die über einen langen Zeitraum unentdeckt bleibt, entstehen negative Auswirkungen für das Herz. Beispielsweise bleibt eine chronische Entzündung des Herzmuskels zurück. Seltener droht eine Beeinträchtigung des Gehirns. Geschieht dies, nimmt die geistige Leistungsbereitschaft der Patienten rapide ab. Zusätzlich leiden sie an Lähmungen oder Störungen der Koordination.

Zu den späten Folgen der Borreliose durch den Zeckenbiss zählt Akrodermatitis chronica atrophicans. Der Fachbegriff steht für eine Veränderung der Epidermis, die vorrangig an Beinen und Armen auftritt. Hierbei verfärbt sich die Haut dunkelrot und weist Entzündungen sowie Schwellungen auf. Im Verlauf der Erkrankung zeigt sie sich dünn und sensibel. Nicht selten treten Empfindungsstörungen als Nebenerscheinung auf.

 

Behandlungstipps für die Patienten

Leiden Sie an einer Borreliose durch Zeckenbisse, erhält deren Behandlung eine hohe Priorität. Sie unterscheidet sich im Spätstadium nur geringfügig von der frühen Therapie. Jedoch bedenken Sie, dass der Behandlungserfolg bei längerer Krankheitsdauer sinkt. Zudem kommt es unter Umständen zu irrreparablen Organschäden. Verteilten sich die Borrelien bereits im Organismus, dauern die Gegenmaßnahmen zwei bis vier Wochen. Im Frühstadium reicht in der Regel eine zweiwöchige Therapie. Bei der zweiten und dritten Krankheitsphase spritzen die Mediziner die Antibiotika direkt in die Blutbahn der Patienten.

Redaktionstipp: wertvolle Einblicke bietet diese >> Selbsthilfegruppe Borreliose

Ein sicherer Schutz gegen Borreliose stellt deren Vorbeugung dar. Die Erreger verbergen sich vor der körpereigenen Immunabwehr der Wirte. Daher existiert keine sichere Impfung für die gesundheitliche Komplikation. Damit die Bakterien nicht in Ihren Körper gelangen, entfernen Sie die Zecken besser frühzeitig. Beseitigen Sie die Parasiten, bevor sie den Saugprozess beenden, sinkt das Risiko der Erkrankung. Ebenso bewährt es sich, Zeckenschutzmittel zu verwenden.

Neben Insektenspray helfen pflanzliche Öle gegen die Spinnentierchen. Tupfen Sie Lavendel- oder Nelkenöl auf Ihr Schuhwerk, vermeiden die Zecken den Kontakt mit den Textilien.

 

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