Zeckenbiss Lähmung – Ursachen, Symptome, Behandlung

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Lokale Lähmung & Taubheit bei Zeckenbiss:

Auch Lähmungserscheinungen gehören zu den nach dem Zeckenbiss auftretenden Komplikationen. In der Regel treten sie fünf bis sieben Tage nach dem Einstich auf. Zunächst fühlen sich die Betroffenen abgeschlagen und müde, anschließend verspüren sie die beginnende Taubheit in den Beinen. Schubartige Muskelschmerzen begleiten das unangenehme Kribbeln in den Extremitäten.

Zeckenlähmung
Zeckenlähmung nach Einstich Urheber: >jarenwicklund / 123RF

In der Mehrzahl der Fälle beendet die Zecke nach 24 Stunden ihren Saugprozess und fällt folgenlos von ihrem Wirt ab. Gleichzeitig kommt es vor, dass dem Zeckenstich Symptome, die beispielsweise auf eine Entzündung hinweisen, folgen. Dazu gehört beispielsweise Juckreiz, der aus dem Eindringen  in die Wunde resultiert.

Bemerken Sie die Krankheitsmerkmale nach dem Auffinden eines Zeckenstichs, suchen Sie besser umgehend den Hausarzt auf. Ohne Behandlung verschlimmern sich die Lähmungen und führen beispielsweise zu einem chronischen Nervenleiden im Beinbereich. Dadurch leiden Sie dauerhaft an Empfindungsstörungen.

Bereits während des Saugaktes überträgt das Spinnentier Bakterien auf den Menschen. Um eine gesundheitliche Komplikation zu vermeiden, entfernen Sie den Schädling daher umgehend aus der Haut. Da dieser mit seinem Speichel auch eine betäubende Substanz an den menschlichen Organismus abgibt, verspüren Sie im Regelfall keine Schmerzen beim Zeckenbiss.

 

Auch während des Blutsaugens bleibt das Tier unbemerkt. Der Grund besteht in den entzündungshemmenden und schmerzlindernden Substanzen des Zeckenspeichels. Zudem befinden sich in ihm mehrere hundert Proteine. Das belegt die Studie: „The role of saliva in tick feeding“. Die im Januar 2009 veröffentlichte Publikation stammt von Francischetti IM et al. Erst die Symptome nach dem Zeckenstich führen zur Kenntnisnahme des Bisses.

Hinweis: Zeckenlähmungen kommen in Europa ausgesprochen selten vor, ehern kommt es zu kleineren lokalen Lähmungen an den Einstichstellen.

 

Was passiert bei der Zeckenlähmung?

Die Zeckenlähmung übertragen mehr als 40 verschiedene Zeckenarten weltweit. Die gesundheitliche Komplikation tritt überall auf, wo die Parasiten leben, sodass keine expliziten Risikogebiete existieren. Als vorbeugende Maßnahme empfehlen die Ärzte jedoch, den Kontakt mit den Spinnentieren zu vermeiden.

Diese bevorzugen kühle und feuchte Plätze, beispielsweise Waldlichtungen und das Unterholz. Planen Sie einen Waldspaziergang, kleiden Sie sich hochgeschlossen und mit festen Schuhen. Speziell auf hellen Textilien bemerken Sie die schwarzen Parasiten frühzeitig und entfernen sie bereits vor dem Einstich.

 

In der Regel betrifft die Zeckenlähmung vorrangig Haus- und Nutztiere wie Kühe und Schafe. Allerdings führt das Phänomen auch bei Kindern zu gesundheitlichen Gefährdungen bis zum Tod. In Amerika existieren beispielsweise dokumentierte Fälle, in denen Sprösslinge unter dem zehnten Lebensjahr an der Lähmung starben. Die Erkrankung verursachen die weiblichen, mit Eiern beladenen Zecken. Während sie das Blut ihres Wirts in sich aufnehmen, bilden sie in den Speicheldrüsen ein besonderes Nervengift.

Das Neurotoxin übertragen sie während des Saugvorgangs auf Tiere und Menschen. Im Gegensatz zu den männlichen Parasiten brauchen weibliche Zecken bis zu zehn Tage, um das Blutsaugen zu beenden. Die höchsten Dosen des Giftes geben sie zwischen dem fünften und dem siebten Tag an den Wirt ab.

 

Der Zeitpunkt des Übertragungsbeginns variiert bei den unterschiedlichen Arten des Spinnentiers. Oftmals verschwinden die charakteristischen Symptome nach dem Zeckenstich, sobald der Schädling von seinem Opfer ablässt. Der Grund besteht darin, dass der gesundheitlichen Komplikation keine Übertragung von Krankheitserregern zugrunde liegt. Vielmehr handelt es sich um eine chemische Reaktion. Diese steht im direkten Zusammenhang mit dem Saugprozess und klingt nach dem Vorgang innerhalb kurzer Zeit ab. Sobald die weibliche Zecke ihre Blutmahlzeit beendet, verschwinden die krampfartigen Muskelschmerzen und das Taubheitsgefühl im Wirtskörper.

 

Ausschließlich in seltenen Fällen leiden die Betroffenen an tief greifenden Lähmungserscheinungen, die zu einem tödlichen Krankheitsverlauf führen. Gibt der Ektoparasit erhöhte Dosen des Nervengiftes ab, verendet der Wirt, bevor er den Einstich bemerkt. Um das zu vermeiden, suchen Sie Ihren Körper nach dem Aufenthalt im Freien gründlich nach den Lästlingen ab. Ebenso gilt es, Haustiere und den Nachwuchs zu kontrollieren, da die abfallenden Zeckenweibchen ansonsten ihre Eier in unmittelbarer Nähe ablegen. In der Folge entwickelt sich beispielsweise Ihr Garten zu einem Zeckengebiet.

 

Symptome der Zeckenlähmung

Die ersten Anzeichen der Lähmungserscheinungen bemerken die Patienten fünf Tage nach dem Erstkontakt mit der Zecke. Neben einem unangenehmen Kribbeln der Nerven spüren sie ein chronisches Missempfinden auf der Haut. Vorwiegend treten die Symptome nach dem Zeckenstich im Bereich der Beine auf.

Im späteren Verlauf kommt es zu anhaltenden Muskelschmerzen sowie einer unwillkürlichen Muskelkontraktion. Beispielsweise leiden Sie unter schubweise auftretenden Krämpfen. Führt der Zeckenstich zu Symptomen, erhält das schnelle Entfernen des Parasiten Relevanz. Saugt das Tier ungestört das Blut des Wirts, verstärken sich die Lähmungserscheinungen. Des Weiteren reizt das Neurotoxin das periphere Nervensystem.

 

Beseitigen die Betroffenen die Zecke nicht, weiten sich die Lähmungen von den Beinen auf den Torso und die oberen Extremitäten aus. Im schlimmsten Fall führt das Nervengift zu einer Zungen- und Gesichtslähmung. Folglich zählen auch Atemlähmungen zu den gefährlichen Symptomen nach dem Zeckenstich. Ohne eine schnelle Behandlung riskieren die Patienten den Erstickungstod. In den USA verliefen zwölf Prozent der Krankheitsfälle tödlich.

Ein labortechnischer Nachweis der Zeckenlähmung existiert nicht. Daher erfolgt die Diagnose ausschließlich über die Krankheitszeichen und dem Verlauf der gesundheitlichen Komplikation. Entfernen Sie die Zecke und bemerken das Abklingen der Symptome, liegt der Verdacht der Lähmungserscheinung nahe.

 

Zeckenlähmung Behandlung und Therapie

Als einzige Behandlungsmethode der Zeckenlähmung kommt das Entfernen des Parasiten infrage. Dabei achten Sie darauf, sämtliche Körperteile – auch das Mundwerkzeug – des Schädlings zu beseitigen. Bleiben Rüssel und Kieferwerkzeuge in der Haut stecken, dringt der Restspeichel in das menschliche Gewebe. Demnach infizieren die Speicheldrüsen den Betroffenen trotz des Abtötens der Zecke weiter.

Um das zu vermeiden, entfernen Sie den Schädling besser mit einer Zeckenzange oder der Zeckenkarte. Speziell die Zange gilt als sicheres Hilfsmittel, um das Tier komplett aus der Haut zu lösen. Zu dem Zweck platzieren Sie die gebogenen Enden direkt am Körper des Lästlings.

 

In keinem Fall drücken Sie fest zu, da die Zecke im Todeskampf erbricht. Unter Umständen gelangen Borrelien in die Wunde. Drehen Sie den Parasiten vorsichtig aus der Einstichstelle und entsorgen Sie ihn umgehend. Die Symptome nach dem Zeckenstich verschwinden wenige Tage nach der Beseitigung des Spinnentiers. Die Betroffenen erholen sich in der Regel schnell, ohne dass gesundheitliche Komplikationen zurückbleiben.