Hirnhautentzündung nach Zeckenbiss

Meningitis Symptome und Behandlung

In seltenen Fällen kommt es nach einem Zeckenbiss zu einer Hirnhautentzündung. Im Allgemeinen bezeichnen Mediziner diese als FSME oder Frühsommer-Meningoenzephalitis, da der FSME-Virus die Erkrankung auslöst. Der Erreger befindet sich in der Zecke und gelangt durch den Zeckenstich ins Blut des betroffenen Menschen. In der Regel tritt eine Hirnhautentzündung nach einem Zeckenstich im Sommer auf. Die Gefahr einer Infektion besteht ausschließlich in Gebieten, in denen die Zecken den Virus FSME tragen. Dabei handelt es sich vorrangig um Wiesen- und Waldgebiete im Süden Deutschlands. Nachfolgend erfahren Sie Wissenswertes zur Erkrankung.

Hirnhautentzündung nach Zeckenbiss

Hirnhautentzündung nach Zeckenbiss – Viren die Nervenzellen angreifen – Urheber: ralwel / 123RF

 

 

 

Meningitis

Hirnhautentzündung in Form von FSME

Verursacht ein Zeckenstich eine Hirnhautentzündung, sprechen Ärzte von einer FSME oder Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Meningitis, die durch die Übertragung einer Zecke entsteht. Daher sprechen Mediziner ebenso von einer Zeckenenzephalitis. Der auslösende Virus FSME gehört zur Gruppe der Flaviviren.

Zu ihnen gehören ebenso die Japanische Enzephalitis, das Dengue Fieber und das Gelbfieber. Da der Erreger heimisch ist, infizieren Sie sich bei den Zecken in unseren Wäldern. Der Virus überträgt sich über den Speichel der Zecke in den menschlichen Blutkreislauf. Die Zecke selbst infiziert sich bei wilden Tieren, diese erkranken aber nicht selbst. Die Gefahr einer Ansteckung unter Menschen besteht nicht.

Hirnhautentzündung nach Zeckenbiss

Hirnhautentzündung nach Zeckenbiss – Viren die Nervenzellen angreifen – Urheber: ralwel / 123RF

Menschen erkranken selten nach einem Zeckenstich

Erleiden Sie einen Zeckenstich bedeutet das nicht automatisch das Sie sich eine Hirnhautentzündung oder FSME zuziehen. Grundsätzlich tragen nur bis zu fünf Prozent der Blutsauger in einem Risikogebiet den Erreger in sich. Überträgt das Tier FSME auf den Menschen, erkranken dennoch nur 30 Prozent der Betroffenen an einer Hirnhautentzündung durch den Zeckenstich. Dennoch gilt oberste Vorsicht. Jeder hundertste Patient verstirbt an den Folgen einer FSME bei aggressiveren Formen der Frühsommer-Meningoenzephalitis in Asien oder Russland versterben 20 von Hundert Befallenen.

 

Wie lange dauert es bis zum Ausbruch der Hirnhautentzündung?

Nach einem Zeckenstich verbreitet sich FSME im gesamten Körper. Bis der Erreger das Gehirn erreicht, vergehen in der Regel bis zu zwei Wochen. Sie stellen die Erkrankung demnach nicht direkt im Anschluss an den Zeckenstich fest. Wurden Sie von einem Tier aus einem Risikogebiet gestochen, empfiehlt es sich die Einstichstelle in dieser Zeit zu beobachten und auf weitere Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber zu achten. Abzugrenzen ist die Erkrankung von der Lyme-Borreliose.

 

Symptome der Hirnhautentzündung nach einem Zeckenstich

In der Regel erkranken nur 30 Prozent der Betroffenen an einer FSME. Grundlage dafür ist, dass die Zecke den Erreger beim Stich an den Menschen übertrug. Die Symptome einer Frühsommer-Meningoenzephalitis treten in zwei aufeinanderfolgenden Phasen auf.

Zehn Tage nach dem Kontakt mit der Zecke zeigen sich grippeartige Symptome. Dazu zählen Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Glieder-und Kopfschmerzen und Bauchschmerzen. Sie halten etwa eine Woche an. In dieser Phase halten Patienten die Symptome für eine Grippe oder einen Infekt.

 

Das Fieber klingt nun ab. Nach circa 20 Tagen treten bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen erneut Symptome der FSME auf. Zum Fieber kommen neurologische Beschwerden wie Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen hinzu. Die Gründe für die Beschwerden unterscheiden sich. Bei der überwiegenden Zahl der Patienten liegt eine reine Meningitis vor. Greift die Erkrankung das Gehirn an, handelt es sich um eine Meningoenzephalitis. Diese Hirnhautentzündung nach einem Zeckenstich liegt bei etwa 40 Prozent der Fälle vor. Betrifft diese ebenso das Rückenmark, sprechen Ärzte von einer Meningoenzephalomyelitis. Sie nimmt bei zehn Prozent der Betroffenen einen schweren Verlauf. Ärzte weisen die Frühsommer-Meningoenzephalitis erst im zweiten Krankheitsstadium in der Rückenmarks- oder Gehirnflüssigkeit und im Blut nach.

 

Unterschiedliche Ausprägungen der Hirnhautentzündung nach einem Zeckenstich

Wie im oberen Abschnitt bereits erwähnt, handelt es sich um verschiedene Ausprägungen der Hirnhautentzündung. Welche Symptome auftreten, hängt davon ab, wie und wo sich der Virus ausbreitet. Die Symptome der Meningitis oder reinen Hirnhautentzündung ähneln denen anderer Entzündungen der Hirnhaut. Grundsätzlich klagen Patienten über ein eingeschränktes Allgemeinbefinden, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber. Hinzu kommen Lichtscheu, Nackenstarre, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel.

Bei einem Befall des Gehirns, also einer Meningoenzephalitis treten bei Ihnen Beschwerden wie Verhaltensänderungen, Lähmungen, Koordinationsstörungen und Sprachstörungen auf. Schwerer verläuft die Meningoenzephalomyelitis. Sie geht mit Lähmungen, Sprech- und Schluckstörungen, Atemlähmungen sowie Hals- und Gesichtsmuskulaturlähmungen einher. Sie führt in schweren Fällen zum Tod.

 

Bleiben nach der Erkrankung Hirnhautentzündung Folgeschäden?

In der Regel heilt die reine Hirnhautentzündung nach einem Zeckenstich ohne Folgen aus. Patienten mit Meningoenzephalitis klagen noch Wochen im Anschluss über Symptome wie emotionale Labilität, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Teilweise treten kurzzeitige Konzentrations-, Koordinations- und Gedächtnisstörungen auf. Ebenso beobachten Patienten, Sprech- und Sprachstörungen.

Lähmungen und Hörstörungen bleiben ebenfalls mehrere Monate oder Jahre erhalten. Gravierende Symptome und Verläufe der Hirnhautentzündung nach einem Zeckenstich beobachteten Ärzte infolge einer zusätzlichen Ansteckung mit Borreliose. Hierbei kämpfen Patienten nach überstandener Erkrankung mit bleibenden Schäden. Nach einer überstandenen FSME sind Sie immun gegen die Erreger und erkranken nicht erneut an einer Hirnhautentzündung.

 

Langzeitstudien des Neurologischen Klinikums Pforzheim aus dem Jahr 2011 besagten, dass sich 19 Prozent der Betroffenen vollständig erholten. 51 Prozent litten an dauerhaften Funktionsstörungen und 30 Prozent verstarben innerhalb der folgenden zehn Jahre. Die Studie von Prof. Dr. R. Kaiser bezog sich auf 731 FSME-Patienten aus Baden-Württemberg in den Jahren 1994 bis 1999.

 

Die Behandlung der Hirnhautentzündung

Für die Bekämpfung des Virus im Körper steht derzeit keine ausgefeilte Therapie zur Verfügung. Die Ansätze zur Behandlung verfolgen lediglich den Gedanken, den Körper beim Kampf gegen die Erreger zu unterstützen und Symptome zu lindern. Ebenso versuchen Mediziner, Langzeitschäden zu vermeiden.

Der Mediziner setzt dazu Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol und Ibuprofen ein. Bei schweren Symptomen wie Bewusstseinsstörungen und Atemlähmungen behandeln Ärzte auf der Intensivstation. Um einer Frühsommer-Meningoenzephalitis wirksam vorzubeugen, eignet sich eine FSME-Impfung.

 

Tipps, um eine Hirnhautentzündung zu vermeiden

Grundsätzlich tragen ausschließlich Zecken in Risikogebieten den FSME-Virus in sich. Nur etwa 25 Prozent der Betroffenen erkranken tatsächlich nach einem Stich durch eine infizierte Zecke.

Zur Vorbeugung einer Hirnhautentzündung durch einen Zeckenstich eignen sich diverse Schutzmaßnahmen. Helle, dicht abschließende Kleidung im Gras oder Wald verhindert, dass Zecken sich auf der Haut niederlassen. Meiden Sie das Unterholz. Hier tummeln sich vermehrt Spinnentiere. Im Handel erhalten Sie Zeckenschutzmittel. Diese wirken nur begrenzt und für wenige Stunden. Nach dem Aufenthalt in der Natur empfiehlt es sich, Körper und Kleidung nach den kleinen Tieren abzusuchen.

  • Leisten,
  • Kopf,
  • Haare,
  • Hals,
  • Kniekehlen und
  • Achselhöhlen

gehören zu den bevorzugten Angriffsstellen der Zecken. Sticht die Zecke, verhindern Sie durch das sofortige Entfernen des Parasiten nicht die Infektion mit FSME. Jedoch schützen Sie sich vor einer Borreliose.

Ein hilfreicher Schutz gegen eine Infizierung ist die FSME-Impfung. Sie bietet sich bei Kindern an, wenn Sie in einem Risikogebiet leben oder dahin verreisen. Ebenso eignet sie sich für Naturfreunde, die häufig in Wald und Wiesen unterwegs sind und für Berufsgruppen, die in Risikogebieten arbeiten.

Quellen:

Prof. Dr. R. Kaiser: Langzeitprognose bei primär myelitischer Manifestation der FSME – eine Verlaufsanalyse über 10 Jahre, Der Nervenarzt 2011, In: https://www.springermedizin.de/langzeitprognose-bei-primaer-myelitischer-manifestation-der-fsme/8063744. http://www.apotheken-umschau.de/FSME

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