Hyalomma-Zecke

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 Vorkommen und Gefahren durch die Hyalomma-Zecke

Die gefährlichsten Tiere in Deutschland sind nur wenige Millimeter groß. Der Biss einer einzigen Zecke kann zu schweren Infektionen führen und die Gesundheit gefährden. Die aktuelle Bedrohung wird doppelt bis dreimal so groß wie die europäische Zecke und hat geringelte Beine. Professor Ute Mackenstedt hatte schon im vergangenen Jahr erste Befunde zur tropischen Hyalomma-Zecke in der Bundesrepublik gemeldet und vor der schwelenden Gefahr gewarnt. Mit dem Start in die Sommersaison, steigen die Risiken allmählich. Erst vor Kurzem sorgte ein Fund im nördlichsten Bundesland für Aufsehen.Hyalomma-Zecke

Aufruf an die Bevölkerung: Bitte um Mithilfe

Das Spinnentier sieht auf den ersten Blick aus wie der „Gemeine Holzbock“, gehört aber zu einer tropischen Spezies. Problematisch sind die Krankheiten, die durch diese Tiere übertragen werden, wie zum Beispiel das Krim-Kongo-Fieber –  eine Erkrankung, mit der wir hierzulande bisher nichts zu tun hatten.

Professor Ute Mackenstedt geht es in erster Linie darum, die Hyalomma-Zecke weiter zu erforschen und mehr über diese Tiere zu erfahren. Nur dadurch kann Sie die tatsächlichen Gefahren und die Ausbreitung in Deutschland erforschen. Aus diesem Grund  sendet sie an die deutsche Bevölkerung ausgehend von der Universität Hohenheim eine Nachricht:

 „Wir sind dankbar um jede eingesandte Hyalomma-Zecke, die wir im Labor erforschen können.“

Eigentlich kommt diese Art aus Südeuropa, Afrika und Asien. Mackenstedt geht davon aus, die Zugvögel hätten sie nach Deutschland mitgebracht. Nicht zuletzt der deutliche Klimawandel machte es den Tieren möglich, hierzulande Fuß zu fassen und zu überleben.

In Hohenheim beschäftigen sich die Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten mit der Zecke. Wer etwas genauer hinschaut, erkennt den Unterschied zu den gewöhnlichen Parasiten. Die Hyalomma-Zecke sieht vom Körperbau wie eine gewöhnliche Zecke aus, hat aber gestreifte Beine.

Hyalomma-Zecke
Hyalomma-Zecke Copyright: ArmandoFrazao – bigstockphoto.com

Das aktive Jagdverhalten der Hyalomma-Zecke

Eine der deutlichsten Unterschiede zwischen der Hyalomma-Zecke und dem Holzbock, den die meisten kennen, besteht im Jagdverhalten. Die normale Zecke klettert an Büschen, Kräutern und Gräsern in die Höhe und lässt sich von Menschen und Tieren im Vorbeilaufen abstreifen. Im Gegensatz dazu geht die Hyalomma-Zecke aktiv auf die Jagd. Tatsächlich soll sie Warmblüter schon auf 10 Meter erkennen und sie über Hunderte Meter verfolgen können.

Welche Krankheiten überträgt die Hyalomma-Zecke?

Bisher unklar sind die Krankheiten, die von der Hyalomma-Zecke ausgehen. In ihrer Heimat gilt sie als Überträger der Viren des Krin-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Zecken Fleckfieber und des arabisch Hämorrhagischen Fieber. So gibt es zum Beispiel zum Zecken-Fleckfieber bereits Befunde aus dem vergangenen Jahr, wohingegen zum hämorrhagischen Fieber keinerlei Beweise vorliegen.

Risikogruppe: Reiter und Pferdebesitzer

Eine Risikogruppe für diese exotische Zecke sind vor allen Dingen Reiter. Die Blutsauger befallen mit Vorliebe große Säugetiere. Von daher warnt Mackenstedt, gerade beim Putzen und Striegeln der Pferde aufzupassen. Wer eine festgebissene Zecke entdeckt, sollte diese wie gewohnt mit der Pinzette, der Zeckenzange oder der Zeckenkarte entfernen. Danach wandert der Parasit in einen fest verschlossenen, luftdichten Container, um anschließend auf die Reise zu den Laboratorien der Universität Hohenheim zu geben.

Was tun mit der Hyalomma-Zecke?

Die aktive Mithilfe der Bevölkerung ist wichtig, damit Professor Mackenstedt schon bald konkrete Ergebnisse im Hinblick auf die Gefahren, die Viren und die Ausbreitung innerhalb von Deutschland erhält.

Wer eine solche Zecke gefunden hat, sendet die Befunde an die folgende Adresse:

Universität Hohenheim, Prof. Ute Mackenstedt Fachgebiet für Parasitologie
Emil-Wolff-Straße 34, 70599 Stuttgart

Weitere Informationen liefert Ute Mackenstedt auf der Webseite der Universität Hohenheim über die Zeckenart: https://zecken.uni-hohenheim.de/. Jeder Fund einer Hyalomma-Zecke kann die Forschungsarbeit voranbringen. Der Finder sollte den Standort bzw. den Fundort der Buntzecke notieren. Wer eine Idee oder eine Vermutung hat, wo die exotischen Zecken auftauchen, die das FSME-Virus tragen können, sollte dies ebenso in Form einer E-Mail am besten mit einem Bild, Datum und Fundort an tropenzecken@uni-hohenheim.de senden.

Quellen: