Zeckenimpfung

Viele Menschen zieht es im Frühjahr ins Grüne. Die Sonne scheint und die Natur erwacht zu neuem Leben. Die meisten vergessen dabei eine wichtige Sache: die Zeckenimpfung. Denn mit der Natur erwachen auch die Zecken, die den Menschen in Laub- und Mischwäldern sowie an Wiesenrändern auflauern, um sich an ihnen festzusaugen.

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Impfung gegen Zecken

Ein Zeckenbiss an sich ist nicht schlimm. Aber durch den direkten Kontakt können die beiden Krankheiten Borreliose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen werden. Eine entsprechende Zeckenimpfung ist daher von größter Bedeutung

Zeckenimpfung gegen Borreliose

Für Borreliose gibt es keine Zeckenimpfung

Jährlich kommt es etwa zu 100.000 Neuerkrankungen. Die Infektionskrankheit Borreliose führt unter Umständen zu chronischen Entzündungen der Gelenke, des Herzmuskels und des Nervensystems. In einigen Fällen kann die Krankheit sogar tödlich ausgehen. Das Problem: Es gibt keine Zeckenimpfung für Borreliose. Die Erkrankung äußert sich zunächst in Muskel- und Kopfschmerzen sowie Fieber und Lymphknotenschwellungen, die aber auch erst einige Wochen nach dem Biss auftreten können. Ein typisches Merkmal für die Infektion ist die „Wanderröte“. Dabei bildet sich rund um die Einstichstelle eine etwa vier Zentimeter große, ringförmige Rötung. Wer eine solche Rötung bei sich bemerkt, sollte den Hausarzt aufsuchen, damit eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen kann, die aufgrund der fehlenden Zeckenimpfung sofort durchgeführt werden muss.

Für den Süden Deutschlands ist eine Zeckenimpfung besonders wichtig. Hier gibt es vergleichsweise viele Borreliose- und FSME-Fälle. Welche Gebiete in Deutschland besonders stark von Zecken betroffen sind, lässt sich schnell im Internet recherchieren. Wer in diese Gebiete reist, sollte sich in jedem Fall einer Zeckenimpfung gegen FSME unterziehen. Gegen Borreliose gibt es keine Zeckenimpfung. Hier hilft nur eines: Die Gebiete sowie Zeckenbisse möglichst meiden.

Zeckenimpfung gegen FSME Virus

Die Gefährlichkeit von FSME macht eine Zeckenimpfung umso wichtiger

Eine infizierte Zecke kann den FSME-Erreger mit einem Biss auf den Menschen übertragen. Zwar ist der Erreger dann häufig im Blut nachweisbar, wenn keine Zeckenimpfung vorliegt, viele Betroffene merken zunächst aber gar nicht, dass sie mit FSME infiziert sind.

Bei etwa drei von zehn Infizierten äußert sich die Krankheit hingegen sofort. Sie klagen über Kopfschmerzen, Erbrechen und Fieber. Jeder dritte Patient aus dieser Gruppe leidet nach einer Fieber-Attacke an einer Entzündung der Hinhaut oder des Gehirns – die eigentliche FSME-Erkrankung. Nur eine Zeckenimpfung kann davor schützen.

Eine Hirnhautentzündung äußert sich meist durch heftige Kopfschmerzen, Schwindel und einem steifen Nacken, verläuft in der Regel jedoch harmlos. Die gefährlichste Variante der FSME ist eine Entzündung des Gehirns. In einigen Fällen ist auch das Rückenmark betroffen. Es kommt zu Lähmungen und Bewusstseinsstörungen. Einige Patienten fallen sogar ins Koma. Im schlimmsten Fall, insbesondere bei älteren Menschen, bleiben neurologische Beschwerden zurück. Vereinzelt kann die Krankheit auch zum Tod führen. Diese Tatsache macht eine Zeckenimpfung umso wichtiger.

Für wen ist eine Zeckenimpfung in jedem Fall sinnvoll?

Eine Zeckenimpfung ist für diejenigen sinnvoll, die in einer Risikoregion leben oder Urlaub machen möchten (Zelten, Wandern etc.). Die Zeckenimpfung schützt vor dem FSME-Virus, der zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen kann. Ob sich eine Zeckenimpfung lohnt, hängt immer davon ab, wie oft sich jemand im Freien bewegt. Auch das Alter spielt in Bezug auf die Zeckenimpfung eine Rolle. Im Gegensatz zu jüngeren Menschen mit kräftigem Immunsystem, verkraften ältere, schwächliche Menschen eine Zeckenimpfung weniger gut.

Wie erfolgt die Zeckenimpfung gegen FSME?

Die Zeckenimpfung gegen FSME besteht aus insgesamt drei Spritzen. Zwischen der ersten und der zweiten Zeckenimpfung liegen ein bis drei Monate. Nach der zweiten liegt bereits ein Impfschutz gegen FSME vor. Etwa ein Jahr später folgt die dritte Zeckenimpfung. Diese schützt für einen Zeitraum von etwa drei bis fünf Jahren. Anschließend sollte der Schutz mit einer erneuten Zeckenimpfung aufgefrischt werden.

Wie bei vielen anderen Impfungen kann es auch bei einer Zeckenimpfung zu Nebenwirkungen kommen. Diese äußern sich in allgemeiner Abgeschlagenheit, Schmerzen oder Fieber. Für Menschen, die in Risikoregionen leben, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Zeckenimpfung. Wer einen Urlaub in einer entsprechenden Region plant, sollte sich vorab bei seiner Krankenkasse informieren, ob diese die Kosten für die Zeckenimpfung in Form einer Reiseschutzimpfung übernimmt.

Was ist neben einer Zeckenimpfung der beste Schutz?

Wer auf eine Zeckenimpfung verzichten möchte, muss beim Spazierengehen oder Wandern in Waldgebieten auf einige Dinge achten. Lange Hosen, ein Pullover mit langen Ärmeln, Socken und festes Schuhwerk sollten Pflicht sein. Grundsätzlich sollte eine Zecke schnellstmöglich entfernt werden. Je länger sie Blut saugt, desto wahrscheinlicher wird es, dass die die genannten Krankheiten überträgt. Das Tier sollte, ohne zu drehen oder zu quetschen, vorsichtig mit einer Pinzette gefasst und herausgezogen werden. Der beste Schutz ist und bleibt aber die Zeckenimpfung.

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